Im Silbereisenbergwerk Gleißinger Fels kann der Besucher in wenigen Tagen nicht nur auf spannende Zeitreise in die Vergangenheit gehen, sondern auch noch Gold waschen „in der einzigen Anlage unter Tage auf der ganzen Welt“, wie Bergamtsdirektor a. D. und Bergwerksbesitzer Joseph Hartmann bei einer kleinen Eröffnungsfeier und Weihe durch Pfarrer Andreas Gromadzki am Mittwoch betonte.
Gleich nach dem Eingang ins Bergwerk, das seit 30 Jahren für Besucher geöffnet ist, führt eine alte schwere Holztüre in die neue Goldwaschanlage, ein verbreitertes Stollenstück, in dem künstliches Gewässer angelegt und mit Goldsand, der zum Teil aus dem Fichtelgebirge stammt, bestückt wurde. Richard Regner von der Uni Bayreuth zeigte den Gästen wie´s richtig gemacht wird und informierte sie über die Goldgewinnung als Nebenprodukt beim Kiesabbau im Rahmen eines Forschungsprojekts des Lehrstuhls Geologie. Dabei wurden auch im Raum Pressath aus der Naab, die am Ochsenkopf entspringt (deshalb der Bezug zum Silbereisenbergwerk), bei verringerter Fließgschwindigkeit, wenn sich Gold absetzt, erfolgreich Proben genommen.
Bei der Eröffnung durfte jeder Besucher zum Goldwäscher werden. Dabei wird das Material in eine Pfanne gefüllt und unter Beimischung von Wasser zur Oberfläche geschüttelt. So sortieren sich die Materialien in der Pfanne nach ihrer Dichte. Die schwersten sammeln sich unten, die leichteren oben. Beim Wegspülen der leichten, oberen Schicht und mehrmaliger Wiederholung des Vorgangs, konzentriert sich das Material auf seine Schwerbestandteile.
Funkelte da nicht ein klitzekleines Körnchen in der Wasch-Pfanne des Regierungspräsidenten Wilhelm Wenning – oder war´s nur optische Täuschung? Wie dem auch sei - Wenning nannte die Anlage jedenfalls eine belebende und außergewöhnliche Attraktion für den Tourismus im Fichtelgebirge und eine wichtige Aufgabe zur Wahrung alter Traditionen. Stolz ist er, „dass wir das Bergamt haben – im schönsten Gebäude Bayreuths“.
Er, sowie auch Landrat Hermann Hübner, dankten Joseph Hartmann, Bergmann mit Leib und Seele, dessen Erfahrungen und Wissen noch immer gefragt sind, für die Investition, die er mit viel Herzblut realisiert hat. Hübner bezeichnete das Goldwaschen als kulturgeschichtliches, touristisches Highlight im Fichtelgebirge, wobei es, seiner Ansicht nach, wünschenswerte wäre, die regionalen Goldstandorte eng miteinander zu vernetzen.
Wer Gold waschen möchte, bezahlt pro Pfanne vier Euro – unabhängig von einem Besuch des Bergwerks (Bergwerksbesucher drei Euro). Als Gegenleistung dafür bekommt man auf alle Fälle einen mit echtem Gold überzogenen Ausbeute-Taler als Erinnerung an ein spannendes Erlebnis, das aufgrund der Goldsuche der Venediger (Venetianer) im 13. Jahrhundert, oder war´s gar schon in grauer Vorzeit – immer noch ein wenig Geheimnis umwoben ist: Den vielen Sagen nach – oder ist´s der Geschichte näher - ließen sich die „kleinen Mannln“ von annodazumal nur selten irgendwo blicken – und waren oft plötzlich, samt ihrer Ausbeute, wie vom Erdboden verschluckt.
Die Goldwaschanlage ist ab Sonntag, 21. September, täglich von 13 – 17 Uhr geöffnet. Öffnungszeiten des Bergwerks sind:
täglich von 10 – 17 Uhr
Info: Tel. 09272/848
Fotos:Bei der Eröffnung:Alle EhrengästeAuf einem Bild:Renate Hartmann, Ehefrau des ehemaligen Bergamtsdirektors, assistiert dem Regierungspräsidenten beim GoldwaschenAuf allen Bildern rechts: (kariertes Hemd): Richard Regner vom Lehrstuhl Geologie der Uni Bayreuth